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World Body Painting Festival 2016

10. Juli 2016

2016 war ich zum ersten Mal als Bodypainterin in Pörtschach beim World Body Painting Festival dabei und es war ziemlich aufregend für mich.
Einige Zeit vor dem Festival hatte ich einen Fahrradunfall, bei dem ich einige Verletzungen (u.a. auch Brüche) davon getragen hatte, die mich in meiner Bewegungsfreiheit doch stark einschränkten. So dass ich wenige Tage vor der Veranstaltung noch nicht wusste, ob ich nach Pörtschach fahren würde.
Allerdings wollte ich unbedingt dabei sein und so startete ich nach Österreich mit Brustkorbverband und auch noch mit Schmerzmitteln. Ich dachte mir was soll´s, abbrechen kann ich immer noch, wenn es gar nicht geht.
Das Thema lautete "METAMORPHOSIS" und meine Interpretation dazu hieß:

Von der Depression ins bunte Leben

Früh am Morgen ging es zum Veranstaltungsplatz zusammen mit meinem Co-Painter, der bis zu 2 Wochen vor dem Event noch nie in seinem Leben gemalt oder gar gepaintet hat. Jedenfalls nicht mehr seit seine Kindheit vorbei ist. Außerdem hatte mein Model kurzfristig abgesagt, was auch nicht unbedingt zu meiner Freude beitrug. Aber ich hatte Ersatz gefunden. Und suchte nun mein Model am Morgen des Events.
Der Ansturm war rießig. Eine enge Einbahnstrasse zum Eingang führte dazu, dass der Verkehr nicht fuhr, sondern sich staute. Also alles ausladen, Model suchen, anmelden und dann das zugwiesene Zelt suchen. Natürlich war mein Platz ganz am anderen Ende. Und so schleppten wir fleißig alle Materialen (und das waren nicht wenige) zu unserem Zelt. Dort angekommen stellten wir fest, dass wir uns dieses Zelt mit 3 weiteren Paintern teilten mussten, was dann schon ein bisschen eng war. Aber auch kuschelig und dadurch recht lustig.
Neben mir wurde fleißig ausgepackt, unendlich viele vorbereitete gebastelte Assecoires. Das beunruhigte mich dann doch ein kleines bisschen, da ich nur meine gemalte Maske als Zubehör dabei hatte. Hmmm....ach was solls, das wird schon genügen.
Dann ging es los. Und ich war schon etwas aufgeregt. Ohh, schaffe ich das in der Zeit? Ich hoffe, ich werde fertig! Hoffentlich wird es gut genug.....aber mit dem Start verflogen diese Gedanken und ich war nur noch bei dem Painting. Mein Co-Painter unterstützte mich hervorragend, er sorgte dafür, dass ich genug trank und aß, klebte fleißig hunderte von Steinchen auf die Haut und sorgte zusätzlich für gute Stimmung.
Und ich wurde in der Zeit fertig, weiß aber nun für das nächste Mal, was ich optimieren kann :-)
Dann ging es zur Jury. Und wir kamen recht bald dran, Danach wurden wir gemeinsam fotografiert und schließlich durften wir in den Fotografenbereich. Hier tümmeln sich wirklich viele Fotografen, die sich auf jedes neu hereinkommende Model stürzen. Wenn man dieses Blitzlichtgewitter gut überstanden hat, wandert man zur Bühne, auf der dann der finale Auftritt erfolgt. Dort hieß es erst einmal warten, bis es los geht. Was zu zahlreichen Kontakten und super netten Unterhaltungen führte.
Dann stellten wir uns der Reihe, nach unseren Nummern an der Treppe auf, um dann in dieser Reihenfolge auf die Bühen zu gehen. Am Abend zuvor hatte man uns gesagt, dass nur das Model über die Bühne laufen wird und der Painter im Hintergrund bleibt, bzw. nur kurz auf die Bühne geht, sich umdreht und dann wieder von der Bühne geht. Nun hieß es auf einmal, dass der Painter mit über die Bühne laufen soll. Oh je, darauf war ich so gar nicht vorbereitet. Ich war noch total bunt bemalt an allen möglichen Körperstellen und außerdem trug ich wegen der Hitze kein Oberteil sondern nur den Brustverband mit der Verbandscorsage darüber. Das sah nicht wirklich gut aus. So wollte ich nicht über die Bühne laufen. Nein, nein....Alternative? Zum Zelt am anderen Ende, durch die Massen zurücklaufen, um wenigsten noch ein T-Shirt drüber zu ziehen. Also so schnell ich mit dem Verband laufen konnte, zurück. Gott Sei dank bin ich gut trainiert. Und dann wieder zur Bühne. Atemlos und mit rotem Kopf kam ich dort an. Genau richtig, denn wenige Sekunden später ging es schon los. Und tja was soll ich sagen. Leider hatte ich die erste Startnummer und war damit auch die erste auf der Bühne. Und hatte keine Ahnung wie ich mich verhalten soll, denn am Abend zuvor hatte man gesagt, "Die Neuen können ja auf die vorangehenden schauen, was diese so machen" Vor mir war aber niemand, ich war die Erste. Also Kopf hoch und durch. Raus auf die Bühne und in sicherem Abstand hinter dem Model herlaufen. Beim nächsten Mal werde auch ich etwas mehr Show machen. Auch das habe ich gelernt :-)
Dann war es vorbei und ich begab mich vor die Bühne, um den Rest des Abends zu genießen. Die nachfolgenden Shows, insbesondere die UV-Painting-Show war absolut beeindruckend.

Ich startete in der Amateur-Kategorie Pinsel und Schwamm und belegte unter den Deutschen Teilnehmern den 3 Platz und international den Platz 22.

Insgesamt, war es ein voller Erfolg für mich. Es war Interessant, eine tolle Erfahrung, ich konnte vieles Lernen und Entdecken und viele neue nette Leute kennen lernen.

ZUM THEMA
Depression ist ein Thema, welches ich als sehr wichtig erachte.
Die eine Seite dunkel und schwarz steht dabei für die Depression und die andere Seite bunt und mit farbigen Blütenblättern für den Weg ins Leben. Dieser Weg führt zu einer bunten großen Blüte, die das Model in der Hand hält.
Die Bemalung des Gesichtes wurde nicht vergessen, sondern das Gesicht wurde bewusst nicht gepaintet. Denn bei der Depression trägt der Mensch gerne eine Maske vor dem Gesicht. Diese kann nach außen trotz Depression fröhlich sein oder eine Fratze der Depression. Aber hinter beiden Seiten steckt dann noch das wahre ICH, das wahre echte Gesicht. Und das ist das unebmalte und pure Gesicht.

Auf der Seite der Depression befindet sich ein Strudel in dem sich der Depressive gezogen fühlt. Das Leben das ihm entrinnt. Das eigene Herz wird zerdrückt, der Depressive fühlt sich eingeengt, limitiert und traurig, so das Blut aus dem zerdrückten Herzen in den Sog fließt. Die Verzweiflung und die Wut über das Leben, sich selbst oder den Zustand der Depression wird herausgeschrien. Blut, Tränen und Stacheldraht stehen für all diese Enge, Verzweiflung, Verletzung und vieles mehr.
Dem gegenüber steht das Leben. Welches von unten nach oben wächst, wobei die Blüten immer größer, kräftiger und bunter werden. Das Finale ist die große bunte Blume, welche im Sonnenlicht ihre volle Farbenpracht entfaltet.
Zwischen der Depression und dem Leben steht auf dem Rücken in einem weißen Loch die Frage: Who am I? Die Suche nach sich selbst, nach den eigenen Gedanken, Gefühlen, Träumen und Wünschen.

Infos zum World Body Painting Festival finden Sie hier